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GRÜNE Heimbach 
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Nehmt den Papst beim Wort

Nehmt den Papst ruhig beim Wort.

Lest sorgfältig beispielsweise die Enzyklika "Deus Caritas est". Man kann direkt herausspüren, dass der Autor herumeiert zwischen dem eher progressiven Konzilstheologen und dem Hardliner "Präfekt der Glaubenskongregation".

Er schreibt beispielsweise nicht klipp und klar: Die Ehe wäre der Ort um exklusiv den Eros auszuleben. Und wenn man die Enzyklika liest, erfährt man einen umfassenden Eindruck von Eros und Agape. Aber man bekommt durchaus Zweifel am Pflichtzölibat der Kleriker. Er suggeriert, der Zölibat verletze die Schöpfungsordnung.

Er schreibt ferner "in der Kommunion werde ich mit dem Herrn vereint wie alle anderen Kommunikanten ... Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt". Der Katholik kann hier hellhörig weren: Wird denn tatsächlich Eucharistie in dieser Weise gefeiert, bräuchte man nicht ganz andere liturgischen Formen, um diesen Anspruch zu verwirklichen? Und bisher tat sich die Topebene der Kirche mit Reformen der Liturgie sehr schwer.

Die Enzyklika - und auch das jüngste Papst-TV-Interview - lädt ein zur offensiven Mitgestaltung der Kiche, ohne etwa nach Erlaubnis zu fragen.

Den progressiven Katholiken ist zu empfehlen, die positiven Ansätze hervorzuheben. Sicher - wir können keine Wende um 180° erwarten. Aber das vorsichtige Heraustasten aus den alten Strukturen dürfen wir anerkennen, und wir dürfen die Leitung der Kirche ermutigen, diesen Kurs fortzusetzen.

Grüße

Georg Doerry
Katholik und grüner Stadtvertreter in Heimbach
(als Leserbrief bei der taz eingereicht)

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