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Nein zu Umgehungsstraßen (Okt.2010)

8.10.2010:
Die Umgehungsstraße für Arnoldsweiler und Eschweiler über Feld soll doch kommen. Das sagt die Dürener SPD-Landespolitikerin Liesel Koschorreck.
Sie wirft der CDU bei dem Thema Scheinheiligkeit vor. „Zuerst werden zwar tatsächlich die Umgehungsstraßen gebaut, die planerisch schon sehr weit sind. Das bedeute aber mitnichten das Aus für andere Projekte. Im Gegenteil: Die Umgehungstraße für Arnoldsweiler müsse weiter vorangetrieben werden.“ Sie meinte: „Die Maßnahmen seien über alle Parteigrenzen hinweg Konsens im Kreis.“ Originalquelle: www.liesel-koschorreck.de

Dem ist natürlich nicht so! Das ist wohl Wunschdenken und ich habe für die Stadtratsfraktion bei Radio Rur sofort darum gebeten, diese Unterstellung nicht mehr zu verbreiten. Unsere Argumente zur Umgehungsstraße Arnoldsweiler (B257n) haben wir bereits früh veröffentlicht und daran hat sich auch nichts geändert.
Siehe: http://www.gruene-dueren.de/ov/556/index.html

Schaut man sich auf einer Karte einmal an, wie der Verkehr (v.a. der Schwerverkehr) nach Fertigstellung der A4-Anschlussstelle Ellen geführt werden kann, so sieht man, dass es weniger Anlässe geben wird, durch Arnoldsweiler hindurch zu fahren! Es gibt eigentlich nur noch einen Grund, nach Arnoldsweiler zu fahren: Wenn man direkt dort sein Ziel hat.
Siehe Bild unten!

Man kann aus dem ganzen Raum Düren mit den Straßen B 399n und B 56n zum Autobahnzubringer Düren gelangen oder aus den Räumen Merzenich/Vettweiß und Niederzier/ Jülich zur Anschlussstelle Ellen. Die zahlreichen Fahrten z.B. aus Richtung Aachen in Richtung Merzenich/Vettweiß/Euskirchen, die heute z.T. durch Arnoldsweiler führen, um die Dürener Innenstadt mit dem Kreisverkehr zu vermeiden, werden Dank der neuen AS Ellen entfallen. Ich bin deshalb der Meinung, dass die Forderung nach der Umgehung Arnoldsweiler falsch ist!

Die A4 Anschlussstellen Düren und Ellen schaffen ja quasi eine „Umgehungsstraße“ für Arnoldsweiler – die sechsspurige A4! Der Gedanke für eine Umgehungsstraße kommt doch v.a. daher, dass alle Fahrzeuge durch Arnoldsweiler kommen, wenn die A4 wieder mal wegen einem Unfall gesperrt ist. Also, wie viele Spuren soll dieser Bypass zur A4 rund um Arnoldsweiler dann bekommen? Sinn macht das nicht!
Eine Fernstraße parallel zu einer Autobahn ist eigentlich auch nicht zulässig, bzw. förderfähig. Bundesmittel sind somit schon mal ausgeschlossen. Die Bevölkerung von Arnoldsweiler wehrt sich aus gutem Grunde gegen neue Gewerbegebiete im Umfeld, da es wenige Freiräume gibt. Eine Umgehungsstraße würde jedoch auch zu einer zusätzlichen Lärm - und Staubbelastung nahe am Ort führen.

Ich möchte noch auf einen Beitrag dazu in den Dürener Nachrichten vor einigen Tagen eingehen. Es heißt dort: Will man im Jahr 2014 in Ellen von der A4 abfahren (bis dahin soll der Abschnitt fertig sein), um zur Landesgartenschau nach Zülpich zu kommen, muss man sich zunächst mit dem Auto durch Arnoldsweiler quälen, darf dann Frauwüllesheim umfahren, um ein paar Kilometer weiter mittten durch Kelz fahren zu müssen.
Quelle: http://www.an-online.de/lokales

Wenn man sich mal eine Karte nimmt und die zukünftigen Autobahnabfahrten und Straßen berücksichtigt, sieht man, dass von der Anschlußstelle Ellen aus eine gute Anbindung über die B264 in Richtung Süden bsteht. Es gibt keinerlei Grund, zu einer Landesgartenschau durch Arnoldsweiler zu fahren! In diesem Punkt hat sich in den Artikel ein Fehler eingeschlichen!

Die neuen Abfahrten und die neuen Straßen umschließen Düren mit zahlreichen Verknüpfungen und dies kann zu einer deutlichen Verringerung des Verkehrs in Arnoldsweiler führen, wenn man geeignete Verkehrsmanagement - Maßnahmen ergreift. Alle Verbindungen zwischen der Region Aachen und der Region Zülpich/ Euskirchen sind zukünftig über die Anschlussstelle Ellen und die B264 oder die Anschlussstelle Düren un die B56n darstellbar. Die Ortsdurchfahrt Arnoldweiler dazu als „Abkürzung“ ist nicht mehr erforderlich.
Nur in einem Punkt kann mit einem gewissen Mehrverkehr gerechnet werden: Wenn der Weg von der AS Ellen zum Ziel in Düren über Arnoldsweiler attraktiver ist, als über die (eigentlich vorgesehenen) Wege AS Düren und B56, bzw. Anschlussstelle Ellen und B264.
Aber dies läßt sich durch Verkehrsmanagement -Maßnahmen teilweise verhindern, z.B. durch Tempo 30 in ganz Arnoldsweiler mit Geschwindigkeitsüberwachung, mit einem Durchfahrtsverbot für LKW (außer Anlieger) usw.!   

Und nun zu einem grundsätzlichen Thema: Man kann den öffentlichen Verkehr nicht ernsthaft fördern, wenn man zeitgleich die Straße fördert. Gerade zwischen Euskirchen und Düren sind Neubauprojekte der Straße eine direkte Konkurrenz zur Bördebahn, für deren Reaktivierung sich beide Kreise aus gutem Grunde stark machen. Will man die Bördebahn zum Erfolg führen (und das ist gemeinsames Ziel der Region und wurde zuletzt bei der Schienenkonferenz des Landrates bestätigt), dann darf man ihr nicht mit immer neuen Umgehungsstraßen in unmittelbarer Nähe Konkurrenz machen. Aus diesem Grunde hat sich die Kreistagsfraktion der Grünen nach der Landtagswahl nochmals mit dem Thema Straßenbau beschäftigt und auch die OU Kelz abgelehnt.
Plan mit den diskuttierten Projekten
Plan mit den diskuttierten Projekten Zoom


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